Teneriffa – Der Norden

Ich bin kein klassischer Inselurlauber. Nein, wirklich nicht. Vermutlich liegt dies in erster Linie daran, dass ich es überhaupt nicht mag, einfach nur am Strand zu liegen und mich von der Sonne grillen zu lassen. Und dies ist oftmals ja der erste Ansatz bei einem Inselurlaub. Selbstverständlich kann man auf einer Insel aber auch andere Dinge unternehmen. Und genau dies hatte ich auch bei meinem ersten Aufenthalt auf Teneriffa im Sinn. Primäres Ziel war dabei die Besteigung des Pico del Teide, der mit 3.715 Metern nicht nur der höchste Berg Teneriffas sondern ganz Spaniens ist. In meinen fünf Tagen auf der Insel blieb aber natürlich noch genügend Zeit, sich auch ein paar andere Orte auf Teneriffa anzusehen.

Beheimatet war ich während meines Aufenthalts im Nordwesten Teneriffas, genauer gesagt in Santiago del Teide in der Nähe der Playa de los Gigantes. Die Wahl auf die Unterkunft fiel in erster Linie mit Blick auf die geplante Besteigung des Pico del Teide. Der liegt allerdings einigermaßen mittig auf Teneriffa, weswegen der Weg zum Ausgangspunkt beinahe von überall aus gleich ist. Allerdings hat sich der Standort für mich als echter Glücksgriff erwiesen, lag er doch ideal für weitere Ausflüge auf Teneriffa.


Punta de Teno

So ging es für mich zunächst einmal in den äußersten nordwestlichen Zipfel der Insel, zum Punta de Teno. Der westlichste Punkt Teneriffas liegt im Parque Rural Teno und ist definitiv einen Ausflug wert. Begibt man sich per Mietwagen dorthin, ist allein die Anfahrt schon spannend, führt sie doch über super steile und extrem enge Straßen durch eine wunderschöne Landschaft. Am äußersten Punkt befindet sich dann ein Leuchtturm, der allein für sich genommen natürlich bereits für sich genommen ein schönes Postkartenmotiv ist. Zudem kann man bei klarer Sicht von dort aus auch die Nachbarinseln La Gomera und La Palma erblicken und die vielen kleinen Lavapools laden zum Baden ein.

Die komplette Straße TF-445 bis zum Leuchtturm ist allerdings zwischen dem 01. Oktober und dem 30. Juni unter der Woche von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr gesperrt, in der restlichen Zeit gar von 09:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Am Wochenende bleibt die Schranke ab Freitag 10:00 Uhr (bzw. im Sommer 09:00 Uhr) sogar durchgehend bis Sonntag 19:00 Uhr (bzw. im Sommer 20:00 Uhr) geschlossen. Es gibt allerdings eine Buslinie, die einen zum Punte de Teno bringt, beispielsweise von Buenavista del Norte aus. Kleiner Tipp: Versucht einen Sitzplatz auf der rechten Seite des Busses zu ergattern. Von hier aus hat man jede Menge tolle Ausblicke während der Fahrt.


Garachico

Ein weiteres tolles Ausflugsziel im Norden Teneriffas findet man zudem in der Küstenstadt Garachico. Diese verfügt nicht nur über einen schönen Strand inkl. Meerwasserschwimmbecken, das zum Baden einlädt, sondern auch über eine malerische Altstadt, in der man sich teilweise fühlt wie in einer alten Kolonialstadt in der Karibik. Dies gilt vor allem für den Platz vor dem alten Franziskanerkonvent. Doch Garachico hat noch weitere tolle Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Klosterkirche San Francisco mit ihrer beeindruckenden Holzdecke, den Innenhof der Casa Quinta Roja, die Kirche Santa Ana oder auch den „Parque de la historica Puerta de Tierra“, in der man das ehemalige Stadttor bewundern kann, welches das Erdbeben 1706 einigermaßen überstanden hat. Wer sich übrigens einen wirklich schönen Ausblick auf die kleine, malerische Stadt erarbeiten möchte, der kann auf dem Wanderweg TF-43, vorbei an Rathaus Polizeistation den Berg hinauf marschieren und wird von dort aus mit einem wirklich tollen Ausblick belohnt.


Drago Milenario

Der Drago Milenario steht in einem Park in Icod de los Vinos und ist neben dem Pico del Teide eine der bekanntesten „Sehenswürdigkeiten“ Teneriffas. Dabei handelt es sich einen kanarischen Drachenbaum, der sogar den Status eines nationalen Denkmals inne hat. Unter anderem war er vor der Euro-Zeit auf dem 1.000 Peseten-Schein abgebildet. Der Namenszusatz „Milenario“ bezieht sich auf das vermutete Alter von über 1.000 Jahren des Baumes. Da es sich nicht um einen Baum im klassischen Sinne handelt, besitzt er auch keine Jahresringe, weswegen das Alter nur geschätzt werden kann. Aktuell geht man von einem tatsächlichen Alter von etwa 300 bis 800 Jahren aus. Mit einer Höhe von 16 Metern und einem Umfang von etwa sechs Metern ist der Drago Milenario der größte und bekannteste Drachenbaum der Kanaren.

Um dem Status einer Sehenswürdigkiet zu entsprechen, wurde um den Baum herum ein Park angelegt, in dem sich neben dem Drago Milenario noch verschiedene weitere für Teneriffa und die Kanaren typische Pflanzen befinden. Als Eintritt werden für den Park aktuell € 5,- fällig. Allerdings kann man sich diesen Betrag auch getrost sparen, wenn man wirklich nur den Drago Milenario bewundern möchte. Diesen kann man nämlich auch hervorragend von der Terrasse vor der (ebenfalls sehenswerten) Iglesia de San Marcos sehen und fotografieren. Berichten anderer Besucher zufolge lohnt sich der Besuch des Parks auch nicht wirklich, zumal dieser offenbar an verschiedenen Stellen etwas heruntergekommen wirken soll. Ganz in der Nähe des Parkeingangs befindet sich mit dem „Mariposario del Drago Butterfly Park“ noch eine Schmetterlingshalle, die ich allerdings nicht besucht habe. Auch hierfür wird ein Eintritt fällig, aktuell € 9,50.


Masca

Ähnlich wie schon bei Garachico ist auch in Masca der Ort der Star. Okay, auch die Anfahrt dorthin kann man getrost als spannend bezeichnen. Es führt nämlich exakt eine Straße in den Ort und auch wieder heraus. Mit anderen Worten: Masca liegt am Ende einer Sackgasse, mitten im Teno Gebirge. Seine Abgeschiedenheit verdankt das Dorf angeblich der Tatsache, dass es in früheren Zeiten als Schutz- und Rückzugsort vor Piraten diente. An der kurvigen und äußerst schmalen Straße befinden sich dankenswerter Weise immer wieder kleine Ausbuchtungen, die zum Anhalten und Fotografieren einladen. Es lohnt sich wirklich, genügend Zeit mitzubringen, denn der Blick auf das Dorf ist wirklich hinter jeder Kurve von Neuem faszinierend.

Wenn man schon mal auf dem Weg ist, sollte man Masca selbst aber natürlich auch einen Besuch abstatten. Das Dorf verfügt über wunderschöne gepflasterte Wege, auf denen man durch die engen Gassen, vorbei an den liebevoll gepflegten Häusern schlendern kann. Und wer es gerne etwas aktiver mag, der kann Masca auch als Ausgangspunkt für eine der beliebtesten Wanderungen auf Teneriffa nutzen: Die Wanderung in die Masca-Schlucht.


Loro Parque

Der Loro Parque ist ein 13 Hektar großer und mehrfach preisgekrönter Zoo im Norden Teneriffas in Puerto de la Cruz. Ja, selbstverständlich kann man über Zoos geteilter Meinung sein. Auf der einen Seite gehören Tiere sicherlich nicht eingesperrt, auf der anderen Seite tragen Zoos auch zur Bildung und zum Erhalt bedrohter Arten teil. Ob man dem Loro Parque einen Besuch abstatten möchte oder nicht, muss daher jeder selbst entscheiden. Für mich war es nach der Besteigung des Pico del Teide eine schöne Gelegenheit für einen entspannten Tag und ich würde auch behaupten, dass sich der Besuch gelohnt hat.

Schon am Namen des Parks kann man erkennen, dass eine seiner Hauptattraktionen Papageien sind. Genau genommen verfügt der Loro Parque sogar über die weltgrößte Ansammlungen an verschiedenen Papageienarten. Fast die Hälfte aller bekannten Papageienarten findet man im Loro Parque. Teilweise sind diese in freier Wildbahn bereits ausgestorben oder stark bedroht. Im Park wird daher erfolgreich Nachwuchs gezüchtet.

Darüber hinaus verfügt der Loro Parque mit dem sogenannten „Planet Penguin“ über das weltgrößte Pinguinarium, in dem täglich etwa zwölf Tonnen künstlicher Schnee fällt. Die Population von 250 Pinguinen umfasst unter anderem Königspinguine, Eselspinguine, Zügelpinguine, Felsenpinguine und Humboldt-Pinguine. Auch das „Acuario“ des Parks ist absolut einen Besuch wert. Satte 1.200.000 Liter Wasser werden für die einzelnen Becken aus dem nahen Atlantik zunächst gefiltert und dann eingeleitet. Hauptattraktion ist dabei ein Unterwasser-Tunnel, in dem man quasi von jeder Menge exotischen Fischen, Haien und Rochen umgeben ist.

Kritik erntet der Loro Parque regelmäßig für seine Delfin- und Orca-Shows. Und hier muss auch ich sagen, dass ich so etwas mit stark gemischten Gefühlen betrachte. Zwar ist der Park spürbar bemüht, den Besuchern zu vermitteln, dass es den Orcas gut gehe und sie teilweise in der Wildnis nicht überlebensfähig sind. Allerdings ist der Anblick dieser riesigen und wunderschönen Tiere in einem Pool durchaus traurig. Ein Umstand, der mir bereits in SeaWorld in San Diego aufgefallen war.

Mir persönlich hat der Besuch um Loro Parque gut gefallen. Im Endeffekt muss aber jeder selbst entscheiden, wie er zu Zoos im Allgemeinen und zu den Orca-Shows im Speziellen steht. Tickets können bereits im Vorfeld auf der Webseite des Loro Parque gekauft werden.


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