The Sphere in Las Vegas

Als ich im Herbst 2023 im Internet erste Bilder und Videos der Sphere in Las Vegas gesehen habe, konnte ich mir zugegebenermaßen gar nicht so recht vorstellen, was es damit auf sich hat. Zumal ich im Vorfeld nicht einmal von dem Vorhaben des Baus dieser kuppelförmigen Mehrzweckhalle gehört hatte. Die Videos von der Eröffnung, zu deren Anlass die irische Band U2 ein Konzert in der Sphere spielte, waren allerdings schlicht beeindruckend. Da traf es sich gut, dass ich im Dezember 2023 ohnehin in den USA war und es sich somit anbot, der Sphere einmal einen Besuch abzustatten.

Zunächst einmal ein wenig Hintergrundinformation. Wie bereits angemerkt handelt es sich nach offiziellen Angaben bei der Sphere um eine kuppelförmige Mehrzweckhalle, die zwischen 2018 und 2023 östlich des Venetian Resort Hotels nahe dem Las Vegas Strip erbaut und schließlich am 29. September 2023 eröffnet wurde. Mit Baukosten in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar ist sie aktuell das teuerste Bauwerk in Las Vegas und liegt damit sogar noch vor dem Football-Stadion der Las Vegas Raiders, dem Allegiant Stadium. An ihrer höchsten Stelle ist sie 112 Meter hoch und damit das größte kugelförmige Gebäude der Welt.

Die absolute Besonderheit der Kugel ist jedoch, dass von den insgesamt 81.300 Quadratmetern Außenfassade 54.000 Quadratmeter mit 57,6 Millionen LEDs bestückt sind, die die größte LED-Wand der Welt bilden. Hiervon werden jeweils 48 LEDs als sogenannte Puck gemeinsam angesteuert, woraus sich 1,2 Millionen Bildpunkte ergeben. Mit diesen Pucks werden auf die Außenfassade verschiedenste Animationen mit einer Pixeldichte von 0,12 dpi projeziert, was vor allem bei Dunkelheit einen beinahe schon unwirklichen Anblick bietet.

Das Schöne an einer Attraktion wie der Sphere ist, dass man noch nicht einmal Eintritt zahlen muss, um sie zumindest von außen zu bestaunen. Während auch der Innenraum absolut zu empfehlen ist (dazu später mehr), ist allein der Anblick der Kugel und der darauf gezeigten Motive und Animation bei Dunkelheit von außen ein Besuch wert. Hier gibt es selbstverständlich verschiedene Spots, von denen man einen besonders eindrucksvollen Blick auf die Sphere geboten bekommt. Ich bin ein paar dieser Spots abgelaufen und kann vor allem eine Empfehlung für zwei dieser Spots aussprechen. Beide befinden sich auf öffentlich zugänglichen Parkhäusern in der Umgebung der Sphere. Von diesen beiden Spots sind auch sämtliche in diesem Artikel zu sehenden Fotos und Videos gemacht worden. Der erste befindet sich auf dem Parkhaus am Howard Hughes Parkway 3763. Dort ist man vergleichsweise nah an der Sphere und blickt direkt über die sie umgebende Plaza auf das Gebäude. Der zweite von mir empfohlene Spot ist das achte Stockwerk des Selfparking Parkhauses des Encore Hotels. Dieser Spot befindet sich zwar ein wenig weiter weg von der Sphere selbst als das Parkhaus am Howard Hughes Parkway, bietet dafür jedoch einen tollen Kontext zur Las Vegas Skyline, wie im nachfolgenden Video zu sehen. Das Parkhaus am Howard Hughes Parkway hat mehrere öffentliche Zugänge, über die es betreten werden kann. Um in das Parkhaus des Encore Hotels zu gelangen, betritt man das Hotel einfach durch den Haupteingang und folgt innen dann der Ausschilderung zum „Selfparking“.

Für die Übersicht hier noch einmal die genauen Koordinaten der beiden Spots und eine Übersicht auf Google Maps.

  • Encore Selfparking: 36.129024586961975, -115.1625793711724
  • Parkhaus am Howard Hughes Parkway 3763: 36.120430812020814, -115.15918027222635

Selbstverständlich kann man auch von den umgebenden Straßen aus einen tollen Blick auf die Sphere erhaschen. Zu nennen sind hierbei vor allem die Sands Avenue und die Manhattan Street. Hier muss man allerdings dann auf die erhöhte Position und den damit verbundenen unverstellbaren Blick verzichten, den man von den beiden Parkhäusern genießen kann.

Aber nicht nur das Schauspiel auf der Außenfassade, auch der Innenraum der Sphere ist schlichtweg beeindruckend. Auch hier ist eine Fläche von 15.000 Quadratmetern mit LEDs verkleidet, die über eine 16K-Auflösung haben und somit das weltweit erste 16K-LED-Display bilden. Dieses kann von insgesamt 18.600 Sitz- und 5.000 Stehplätzen bewundert werden. Inklusive des Untergeschosses besitzt die Sphere neun Ebenen und präsentiert sich im Hauptteil der Veranstaltungshalle wie ein riesiger Hörsaal oder ein Opernhaus. Sämtliche in einer Art Amphitheater angeordnete Sitzplätze verfügen über Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge und 10.000 von ihnen sind mit haptischen Technologien ausgestattet, die etwa 3D-Bewegungen oder auch das Empfinden von Wind oder Duft ermöglichen. Gegenüber den Sitzplätzen befindet sich die Bühne, auf der zur Eröffnung wie gesagt U2 spielten, während auf der LED-Wand im Hintergrund beeindruckende und zur Musik passende Bilder liefen. Neben der Eröffnungsshow werden U2 auch in den nachfolgenden Monaten mehrfach ihre Liveshow „U2:UV Achtung Baby Live at Sphere“ spielen. Im gesamten Gebäude sind 164.000 Lautsprecher verbaut.

Während man für ein U2-Konzert in der Sphere schonmal Preise von jenseits der Tausend-Dollar-Marke hinlegen kann, bietet sich auch noch eine günstigere Möglichkeit, das Innere der Sphere in seiner vollen Pracht zu erleben. So werden in der Sphere nicht nur Konzerte gespielt, sondern auf der LED-Wand auch beeindruckende Filme gezeigt, die durch die oben angesprochenen Funktionen der Sitze unterstützt werden. Zum Zeitpunkt meines Besuchs handelte es sich dabei um die Dokumentation „Postcard from Earth“, die nicht nur faszinierende Naturaufnahmen unseres Planeten zeigte, sondern diese auch durch Bewegungen des Sitzes, Veränderungen der Temperatur, Windzüge oder auch Düfte unterstützt wurden. Ein absolut faszinierendes Rundum-Erlebnis!

Dieses Rundum-Erlebnis in Bildern oder Videos wiederzugeben ist natürlich nahezu unmöglich. Insofern kann ich jedem, den es mal nach Las Vegas verschlägt, nur empfehlen, sich selbst einmal einen Eindruck von dem zu verschaffen, was einem in der Sphere geboten wird. Sei es nun bei einem (sicherlich eindrucksvollen aber eben doch recht teueren) U2-Konzert, bei einer Filmvorführung oder einer anderen Veranstaltung, die man künftig in der Sphere wird erleben können.

Bei der Wahl des Sitzplatzes kommt es sicherlich darauf an, was man für die Eintrittskarte ausgeben und welchen Eindruck man von der Präsentation bekommen möchte. Ich persönlich habe in Sektion 406 (wer es ganz genau wissen möchte: Reihe 4, Platz 14) gesessen und halte dies für den einigermaßen idealsten Bereich. Man sitzt dort erstens zentral und zweitens relativ weit oben und hat hierdurch einen sehr guten Überblick über den gesamten Innenraum. Ich kann diese Sektion also guten Gewissens empfehlen. Es gibt aber sicher auch nachvollziehbare Empfehlungen für die anderen Sektionen. Einig sind sich die meisten Besucher allerdings, dass man eine Sektion wählen sollte, die auf eine 5, 6 oder 7 endet (also 205, 206, 207, 305, 306, 307, 405, 406 und 407), da man von hier aus einen zentralen Blick auf das Geschehen hat. Wer bei einem Konzert etwas „näher dran“ sein möchte, sollte selbstverständlich Plätze in den unteren Sektionen oder einen Stehplatz wählen.


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