Zu Besuch auf der WWDC im Apple Park

Manche Geschichten kann man sich nicht ausdenken. 15 Jahre lang habe ich einen deutschen Apple-Blog betrieben, ehe ich mich Ende 2022 entschieden habe, dieses Projekt zu beenden. In dieser gesamten Zeit war es mir nicht vergönnt, einmal einem offiziellen Apple-Event beizuwohnen, auf denen der Technologie-Riese aus dem kalifornischen Cupertino traditionell mit großem TamTam seine neuen Produkte vorstellt. In diesem Frühjahr nun kam dann die überraschende Nachricht, dass ich ausgewählt wurde, der diesjährigen Entwicklerkonferent WWDC (World Wide Developers Conference) beizuwohnen. Seit der COVID-Pandemie ist dies das einzige Event, auf dem überhaupt noch ein kleiner Kreis an Personen anwesend ist. Im Wesentlichen ist die Einladung dorthin also quasi das „Goldene Ticket“ von Willy Wonka.

Zugegebenermaßen dürfte die Einladung zur WWDC nichts mit meinem ehemaligen Dasein als Apple-Blogger zu tun haben, sondern vielmehr damit, dass ich bei Apple nach wie vor als Entwickler registriert bin und aus diesem Kreise die Teilnehmer an der WWDC ausgelost werden. Als die Einladung kam, war für mich natürlich klar, dass ich nach Cupertino fliegen und dieses „Once in a lifetime“ Erlebnis mitnehmen würde.

Ich war in den vergangenen Jahren bereits zwei Mal in Cupertino, allerdings jeweils nur als normaler Besucher. Das erste Mal war im Jahr 2012, als sich die Apple-Zentrale noch an der ikonischen Adresse „One Infinte Loop“ befand.

Bei meinem zweiten Besuch im Jahr 2018 war dann schon der neue Campus, der ringförmige „Apple Park“ fertiggestellt. In die „heiligen Hallen“ kam ich damals natürlich nicht, sondern lediglich in die öffentlich zugänglichen Bereiche, wie die Cafeteria, das Besucherzentrum oder die dortigen Stores. Allein dies kann ich aber schon jedem empfehlen, den es einmal ins Silicon Valley und nach Cupertino verschlägt.

Nun also war ich eingeladen, auch das Innere des Apple Park zu betreten. Highlight des Besuchs sollte zweifelsohne die Keynote werden, mit der die WWDC traditionell eröffnet wird und auf der jedes Jahr die neuen Versionen der Betriebssysteme macOS, iOS und Co. vorgestellt werden. Die Keynote wird inzwischen als vorporduzierter Hochglanzfilm per Internetstream gesendet und die eingeladenen Teilnehmer schauen diese gemeinsam in einer Art Public Viewing am Apple Park. In diesem Jahr wurde hierfür Montag, der 10. Juni auserkoren und die Keynote sollte um 10:00 Uhr Ortszeit beginnen. Bevor dieses Highlight jedoch auf dem Programm stand, hatte Apple bereits am Tag davor zu einem kleinen Empfang in den Infinite Loop eingeladen, wo man bereits bei Snacks und Getränken mit den anderen Gästen und Apple-Mitarbeitern zusammenkommen und sein Namensschild und sein Begrüßungsgeschenk abholen konnte. Auch dies ließ ich mir natürlich nicht entgehen.

Die Organisation war so, wie man sich das von Apple auch erwarten würde: 1A. Das ging schon bei der Begrüßung los. Wer einmal der Eröffnung eines Apple Store beigewohnt hat, kennt das Bild: Freudig erregte Mitarbeiter, die jeden Kunden mit High-Fives und Jubel begrüßen. So ähnlich lief es auch hier ab, was die Stimmung natürlich noch ein bisschen mehr in eine ausgelassen-positive Richtung drückte. Zunächst war aber (auch hier eine Analogie zur Apple-Store-Eröffnung) Schlangestehen angesagt, ehe dann jeder einzelne Gast eingecheckt wurde. Dabei erhielt man dann seinen WWDC-Ausweis und seine Begrüßungsgeschenke, die sich in diesem Jahr aus einer schwarzen Trinkflasche, einer WWDC-Picknickdecke und diversen Pins zusammensetzten – alles verpackt in einem formschönen Jutebeutel. Im Innenbereich wurde man dann zu wirklich guter Musik mit allerlei Leckereien versorgt und konnte mit den Entwicklern der diesjährigen Gewinner eines Apple Design Awards ins Gespräch kommen. Während ich eine solche Auszeichnung sicherlich niemals gewinnen werde, durfte ich immerhin ein Foto mit einem solchen Award machen. Allein dieser Auftakt hat schon eine Menge Spaß gemacht, wobei das eigentliche Highlight ja erst am Folgetag anstehen sollte.

Die Türen am Apple Park öffneten am Tag der Keynote bereits morgens um 08:00 Uhr, also zwei Stunden vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung. Nun war es also soweit, man konnte wirklich die heiligen Apple-Hallen betreten und in den Innenbereich des Apple Park – den Bereich also, den ich zuvor nur aus der Ferne, nämlich von der Terrasse des Besucherzentrums betrachten durfte. Die Stimmung war da bereits mehr als ausgelassen und Apple begrüßte die anwesenden Gäste mit Kaffee und einem wirklich ausgezeichneten Frühstück. Wer früh dran war, sicherte sich (ganz Mallorca-like) natürlich direkt einen Platz in guter Lage für die anstehende Keynote. Ich konnte mich dabei wahrlich nicht beschweren und war im Wesentlichen mittendrin statt nur dabei.

Um kurz vor zehn war es dann soweit. Bevor der Stream, der nicht nur auf die Leinwand am Apple Park, sondern in die ganze Welt gesendet wurde, losging, betrat Apple CEO Tim Cook die Bühne und wurde mit lautem Jubel der anwesenden Gäste empfangen. Nach ein paar warmen Worten des CEO gesellte sich auch noch Software-Chef Craig Federighi (in der Apple-Welt aufgrund seiner Föhnfrisur auch bekannt als „Hair Force One“) hinzu und heizte den Gästen ein.

Direkt im Anschluss begann dann die Keynote. Und auch wer es nicht so mit Apple hält oder da keinen direkten Bezug zu hat, sollte sich zumindest die Anfangssequenz gönnen – Unterhaltung pur!

Die Neuerungen für die im Herbst anstehenden Betriebssystem-Updates konnten die anwesenden Gäste bereits überzeugen. Mit Spannung erwartet wurde in diesem Jahr allerdings vor allem die Ankündigung von Apples Ansatz in Sachen KI. Und auch hier konnte Apple die meisten Anwesenden abholen. Nach einem kleinen Mittagsimbiss fand dann auf der großen Bühne noch die „Platforms State of the Union“ Präsentation statt.

Die Keynote mit ihren Ankündigungen und die restlichen Entwickler-Veranstaltungen waren aber für mich persönlich nur einige der Bausteine für ein tolles Gesamterlebnis. Überhaupt einmal in der Zentrale der Macht sein zu können war das vielleicht sogar größere Erlebnis, zumal so gut wie der komplette Innenbereich des Apple Park für uns Anwesende zugänglich war. So konnte man beispielsweise vollkommen frei über die Rasenflächen und zu der berühmten Regenbogenstruktur im Inneren des Apple Park schlendern, wo natürlich unzählige Fotos geschossen wurden. Am Pond, einer kleinen Teich-Oase wurde man von Apple mit Eis am Stiel versorgt, an einem anderen Pavillon gab es wiederum im Apple Park angebaute Kirschen. Und überall lief man Apple-Mitarbeitern über den Weg, die die begehrten Sammel-Pins verteilten. Und selbst ins Gebäude konnte man, nach dem Motto „Überall wo nicht abgeschlossen ist, könnt ihr rein.“ In jeglicher Hinsicht also ein echtes Highlight!

Ach ja, wo ich schon mal vor Ort war, konnte ich durch ein wenig Glück auch noch eine Demo-Session mit der Apple Vision Pro ergattern, Apples vor einem Jahr vorgestellter AR/VR-Brille. In jeglicher Hinsicht ein faszinierendes und beeindruckendes Stück Technik. Allerdings muss selbst ich als durchaus Technik-begeisterter Mensch hier aktuell noch sagen, dass ich die Vision Pro mangels Einsatzszenario derzeit definitiv nicht brauche. Um dann und wann mal einen Film damit zu schauen (was bei entsprechenden Inhalten wirklich beeindruckend ist), sind mir schlange € 4.000,- dann doch ein bisschen zu teuer. Videotelefonie betreibe ich auch auf dem iPhone höchst selten und für ein produktives Arbeiten ist das Produkt für mich noch nicht genug ausgereift. Letzteres wird allerdings kommen und auch der Preis wird sicherlich sinken. Und dann kann ich mir nach den Erfahrungen schon durchaus vorstellen, dass dies die Zukunft sein kann. Im Apple Park liefen jedenfalls bereits einige Anwesende die ganze Zeit mit dem Ding auf dem Kopf durch die Gegend. Skurril, aber vermutlich ist auch dies schon ein Blick in die nicht allzu ferne Zukunft…


Ich hatte es eingangs bereits erwähnt: 15 Jahre war ich Apple-Blogger und bin nicht einmal bei einem der großen Apple-Events gewesen. Dass ich nun doch noch in diesen Genuss kommen durfte, war für mich ein echtes Highlight. Und Apple hat nicht enttäuscht. Alle Mitarbeiter waren super freundlich und hilfsbereit und es hat einfach unfassbar Spaß gemacht, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen den Apple Park zu erkunden und sich auch auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Ja, die Reise über den großen Teich ist von Deutschland nicht billig. Wenn man jedoch die Gelegenheit hat, einmal an einer WWDC im Apple Park teilzunehmen, sollte man sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!


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4 Replies to “Zu Besuch auf der WWDC im Apple Park”

  1. Es sei dir gegönnt! Ich habe deinen Apple Blog immer mit grosser Freude gelesen und mich sehr gefreut, auch von diesem Besuch von dir zu Erfahren.
    Ich hätte noch eine kleine Frage, Darf man zu diesem Event eine weitere Person mitnehmen oder ist das „Goldene Ticket“ nur für eine Person gültig?

    Liebe Grüsse und alles Gute

    1. Danke vielmals! ☺️
      Nein, eine Begleitperson ist nicht dabei. Das Ticket ist wirklich nur für eine Person. Es kann aber sein, dass wenn man ein Entwicklerteam ist, man bei der Verlosung mehrere gewünschte Tickets anmelden kann.

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